Steigende Mieten bei nahezu stabilen Kaufpreisen verbessern die rechnerische Rendite von Wohnimmobilien. Nach dem Mietrenditeatlas von Baufi24 erreichte die durchschnittliche Bruttomietrendite in den 52 untersuchten deutschen Städten im ersten Halbjahr 2026 4,17 Prozent. Damit setzt sich der mehrjährige Aufwärtstrend fort.
Der entscheidende Treiber ist der Mietmarkt: Die Angebotsmieten legten im Halbjahresvergleich um 2,1 Prozent zu, während die Kaufpreise im Mittel nur um 0,3 Prozent stiegen. Im Durchschnitt der betrachteten Städte kostet Wohneigentum 3.587 Euro je Quadratmeter. In den sieben größten Metropolen liegen die Werte inzwischen durchweg über 5.000 Euro.
Zwischen den Standorten bleiben die Unterschiede erheblich. Hamburg weist mit 3,0 Prozent die niedrigste Bruttomietrendite auf. Dort steigen die Kaufpreise weiterhin schneller als die Mieten. Unter den Top-7-Städten erreicht Stuttgart mit 3,99 Prozent den höchsten Wert. Deutlich höhere Renditen finden sich außerhalb der teuersten Ballungsräume: Chemnitz führt das Gesamtranking mit 5,77 Prozent an, gefolgt von Gelsenkirchen mit 5,16 Prozent. Zwölf der 20 renditestärksten Städte liegen im Ruhrgebiet oder in Ostdeutschland.
Gleichzeitig zeigt der Atlas eine stärkere Polarisierung der Kaufpreise. Während Hamburg, Köln, Stuttgart und Leipzig unter den acht größten Städten noch zulegen, stagnieren oder sinken die Preise andernorts. Rückgänge registriert die Untersuchung etwa in München, Frankfurt, Freiburg und Augsburg.
Für Kapitalanleger ist die höhere Bruttomietrendite nur ein erster Orientierungswert. Bei Baufinanzierungszinsen um vier Prozent müssen Finanzierung, Bewirtschaftungskosten, Leerstandsrisiko, Instandhaltung und die konkrete Mikrolage sorgfältig gerechnet werden. Eine höhere Bruttorendite ist daher nicht automatisch mit einem besseren Investment gleichzusetzen. Entscheidend bleibt, ob Mietertrag, Objektqualität und Standortperspektive langfristig zusammenpassen.
Datenquelle: Baufi24-Mietrenditeatlas, 1. Halbjahr 2026.

