Sind technische Normen automatisch allgemein anerkannte Regeln der Technik (a.a.R.d.T.)? Diese Frage hat erhebliche Auswirkungen auf Planung, Genehmigung und Haftung im Bauwesen. Eine Umfrage des Deutschen Instituts für vorbeugenden Brandschutz e.V. (DIvB) kommt zu dem Ergebnis, dass eine solche pauschale Annahme aus Sicht der Fachwelt nicht haltbar ist. Hintergrund ist die in der Rechtsprechung vertretene Vermutung, wonach technische Normen grundsätzlich den Status allgemein anerkannter Regeln der Technik besitzen. Nach Auffassung des DIvB führt dies häufig dazu, dass Planer sämtliche Anforderungen unterschiedlicher Regelwerke erfüllen, obwohl dies im Einzelfall weder technisch notwendig noch wirtschaftlich sinnvoll ist. Dadurch entstünden höhere Baukosten und längere…
Autor: Yasmin Keller
Das Bauhauptgewerbe (Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten) in Deutschland hat den Mai 2026 laut Statistischem Bundesamt mit einem leicht erhöhten Umsatz abgeschlossen. Auch der Auftragseingang zieht an, in den Sparten jedoch nicht einheitlich: Während der Öffentliche Bau prozentual kräftig zulegte, gingen im Wohnungsbau und im gewerblichen Bau deutlich weniger neue Aufträge ein. Gegenüber dem Vorjahresmonat legte demnach der Umsatz im Mai um 2,4 Prozent zu (real 2,1 Prozent). Der Auftragseingang stieg um 4,5 Prozent (real +3,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat. Von Januar bis Mai lag der Umsatz nominal bei plus 0,6 Prozent, der Auftragseingang bei nominal plus 2,4 Prozent…
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW begrüßt den gestern von der Bundesregierung beschlossenen Gesetzentwurf zur Modernisierung des Genossenschaftsrechts. Die vorgesehenen Regelungen stärken die Attraktivität der genossenschaftlichen Rechtsform, erleichtern digitale Verfahren und tragen dazu bei, Gründungs- und Verwaltungsprozesse zu vereinfachen. Damit werden wichtige Voraussetzungen geschaffen, damit Genossenschaften auch künftig leistungsfähig, modern und zukunftsfest aufgestellt bleiben. „Genossenschaften stehen für Stabilität, Verantwortung und nachhaltiges Wirtschaften. Gerade bei der Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft. Es ist daher richtig und wichtig, die rechtlichen Rahmenbedingungen an die Anforderungen der heutigen Zeit anzupassen“, sagt Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des GdW. Auch bei…
Die Bundesregierung passt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zum 21. Juli 2026 an. Die grundlegende Struktur des Förderprogramms bleibt erhalten. Förderanträge können weiterhin über die bekannten Verfahren gestellt werden, die Zuständigkeiten des BAFA bleiben unverändert. Von den Änderungen nicht betroffen sind bereits bewilligte oder eingereichte Anträge. Diese werden nach den bisherigen Förderbedingungen bearbeitet und bei Erfüllung der Voraussetzungen entsprechend gefördert. Für Antragsteller, die bereits eine Technische Projektbeschreibung (TPB) erhalten haben, gelten Übergangsregelungen: TPBs, die bis einschließlich 8. Juli 2026 erstellt wurden, können noch bis zum 20. Juli 2026 für Förderanträge nach den bisherigen Konditionen genutzt werden. Danach verlieren nicht…
Der Energieberatendenverband GIH bewertet die vorgesehenen Änderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) äußerst kritisch. Aus Sicht des GIH gefährden die kurzfristigen Förderkürzungen und unklare Übergangsregelungen die dringend notwendige Sanierungsdynamik im Gebäudebestand, um Energiekosten und -abhängigkeit zu verringern und den Klimaschutz weiter voranzubringen. „Förderpolitik muss Investitionen auslösen – nicht verhindern. Kurzfristige Kürzungen, komplexe Regelungen und fehlende Übergangsfristen bremsen genau die Menschen aus, die heute in klimafreundliche Gebäude investieren wollen. Was der Gebäudesektor jetzt braucht, ist keine Kehrtwende, sondern stabile und verlässliche Rahmenbedingungen am Markt“, kritisiert Stefan Bolln, Vorsitzender des GIH. Bereits die Ankündigung der Änderungen sorgt für erhebliche Verunsicherung bei…
Die Bundesregierung hat sich auf Eckpunkte für die Neugestaltung der Heizungsförderung verständigt. Vorgesehen sind halbjährliche Absenkungen der förderfähigen Investitionskosten und des Klimageschwindigkeitsbonus bei gleichzeitiger Beibehaltung der Grundsystematik. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. warnt davor, dass die Änderungen die Investitionsentscheidung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher zugunsten vermeintlich günstigerer fossiler Heizungen verschieben könnten. Bereits kurzfristig ist ein erster Absenkungsschritt um 2.000 Euro bei den förderfähigen Kosten und eine Kürzung des Klimageschwindigkeitsbonus um vier Prozentpunkte vorgesehen. BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel erklärt: „Die Kürzungen gehen an die Grenze dessen, was der Wärmepumpenmarkt verkraften kann. Zugleich ist es ein wichtiges Signal, dass die BEG in ihrer…
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW warnt mit Nachdruck vor den bekannt gewordenen Plänen der Bundesregierung, die Förderung für klimafreundliches Heizen und energetische Gebäudesanierung deutlich zu kürzen. Aus Sicht der sozial orientierten Wohnungswirtschaft wäre ein solcher Schritt ein schwerer Rückschlag für Klimaschutz, bezahlbares Wohnen und die dringend notwendige Sanierung des Gebäudebestands. „Diese Kürzungspläne sind das falsche Signal. Wer jetzt bei der Gebäudeförderung den Rotstift ansetzt, gefährdet nicht nur die Klimaziele, sondern belastet am Ende direkt die Mieterinnen und Mieter“, erklärte GdW-Präsident Axel Gedaschko. „Jeder Euro Förderung entlastet die Mieterhaushalte. Wird hier gestrichen, fehlt diese Unterstützung eins zu eins bei der Finanzierung…
Schäden durch geplatzte Rohre oder undichte Dichtungen treten in deutschen Wohnungen häufig auf – statistisch etwa alle 30 Sekunden. Etwa zehn Prozent aller Instandhaltungsmaßnahmen entfallen auf Gebäudeversicherungsschäden. Solche Vorfälle bedeuten nicht nur eine Belastung für Mietparteien, sie führen auch auf Seiten der Vermietenden zu erheblichem organisatorischem Aufwand. Medienbrüche und manuelle Tätigkeiten bremsen das Schadenmanagement Bevor ein Schaden bei der Versicherung gemeldet werden kann, sind in der Regel mehrere manuelle Schritte erforderlich: Die Schadenaufnahme erfolgt auf Papier und die Forderung muss im System erfasst werden. Parallel sind Angebote von Handwerksbetrieben einzuholen, ein Reparaturauftrag zu erteilen und die betroffene Mietpartei zu informieren.…
Gebäudebegrünung als wirksame Maßnahme gegen Hitze und Überflutungen In immer kürzeren zeitlichen Abständen werden neue Hitzerekorde gemessen. Unwetterereignisse mit Starkregen und Hagelschlag nehmen zu. Städte stellt das vor immense Herausforderungen. Dach- und Fassadenbegrünungen bieten eine wirksame und nachhaltige Lösung: Begrünte Dächer können große Mengen Regenwasser aufnehmen und zurückhalten. Gleichzeitig schirmen Dach- und Fassadenbegrünungen Gebäude vor direkter Sonneneinstrahlung ab und sorgen durch Verdunstung für eine natürliche Kühlung. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung und zur Verbesserung der Lebensqualität in urbanen Räumen. Bereits im Jahr 2018 zeigte eine deutschlandweite Studie der beiden Gesundheitsökonomen Karlsson und Ziebarth die negativen Auswirkungen von…
Automatisiertes Bauen erreicht den Handelsbau: In Neubulach entsteht derzeit der weltweit erste Supermarkt, dessen Wände im 3D-Betondruckverfahren gefertigt werden. Das Projekt verbindet digitale Bauprozesse mit CO₂-reduzierten Baustoffen und gilt als Meilenstein für den gewerblichen Hochbau. Was bislang vor allem bei Pilotprojekten, Einfamilienhäusern oder kleineren Sonderbauten zum Einsatz kam, wird nun erstmals auf einen Supermarkt im industriellen Maßstab übertragen. Der zukünftige Netto-Markt entsteht auf einem Grundstück der Sehne Backwaren KG und soll zeigen, wie sich automatisierte Bauverfahren auch bei standardisierten Gewerbeimmobilien wirtschaftlich einsetzen lassen. Mehr als 1.300 Quadratmeter Wandfläche aus dem Drucker Mit einer Grundfläche von rund 1.700 Quadratmetern und mehr…
