Editorial: Logistik zwischen Klimawandel und Corona

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Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

Mittlerweile sind extreme Wetterereignisse leider nicht mehr selten. Ein Phänomen mit Folgen: Dabei wird unter Umständen wichtige Infrastruktur beschädigt und niedrige Pegelstände machen Wasserstraßen unpassierbar. Nur zwei der vielen möglichen Folgen von Wetterkapriolen, die jedoch direkten Einfluss auf das Wohlergehen der Logistikbranche haben. Zudem sorgen regulatorische Vorgaben für eine zunehmende Bepreisung von CO2-Emissionen und alternativen Antrieben wie Kraftstoffe und geraten dabei immer mehr in den Fokus der Diskussionen.

Der Klimawandel wirkt sich immer stärker auf die Geschäftsmodelle der Transportund Logistikbranche aus. Logistiker sind gefordert, ihre Ansätze zum Umgang mit Energieverbrauch und Treibhausgas-Emissionen
zu einer ganzheitlichen, langfristigen Klimastrategie weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch die Bewertung der finanziellen Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Unternehmen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Mehr darüber
können Sie auf der Seite 12 erfahren.

Soweit die Auswirkungen des Klimawandels. Wie wirkt sich aber die Corona-Pandemie auf die Logistikbranche aus? Klar ist, dass der Onlinehandel zu den augenfälligsten Gewinnern der Pandemie gehört. Doch wirkt sich der steigende Umsatz im E-Commerce direkt auf den Markt der Logistikimmobilien aus? Der Frage gingen die Experten des Onlineportals ImmoScout24 Gewerbe nach. Auf Basis ihrer Daten lässt sich zeigen, wie sich Angebot, Nachfrage und die Preise für Logistikimmobilien im ersten Halbjahr 2020 entwickelt haben.

Im ersten Augenblick liegt die Vermutung nahe, dass sich der Run auf Logistik- und Lagerflächen in den vergangenen Monaten kräftig entwickelt haben könnte. Doch in den Daten von ImmoScout24 spiegelt sich der
Boom noch nicht wider. „Deutschlandweit ist im Vergleich zum Jahresbeginn die Nachfrage nach Logistikflächen gesunken. Vor allem im März gab es ein deutliches CoronaTief. Seit April bewegt sich aber die Nachfrage nach Logistik kontinuierlich auf den Jahresanfangswert zu. Der Markt belebt sich und die Flächengesuche nehmen wieder zu“, erklärt Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24.

Mit einer wellenförmigen Bewegung müssen wir wohl noch eine Weile leben. Das Auf und Ab in Zeiten von Covid-19 und Klimawandel trifft unsere Wirtschaft ebenso wie auch unser tägliches Leben. Dass es vieles zu bewältigen gibt, ist keine Frage. Es tun sich jedoch auch eine Unzahl von Chancen auf, die wir ergreifen sollten. Die Logistikbranche findet erfolgreich Lösungen. Einige haben wir in unserem Schwerpunktthema Logistik –
immobilien aufgezeigt.

Jörg Bleyhl

Quelle

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