Studentenwohnanlagen knacken die Milliarde

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Universitäten und Hochschulen in Deutschland haben mit rund 2.806000 eingeschriebenen Studentinnen und Studenten zum Wintersemester 2016/2017 das neunte Rekordjahr in Folge verzeichnet. Parallel zum Anstieg der Studierendenzahlen verknappte sich jedoch laut Savills, einem weltweit tätigen Immobiliendienstleistungs-Unternehmen, der verfügbare Wohnraum für die angehenden Akademiker: Während im Jahr 2006 in den 30 größten Hochschulstädten Deutschlands noch ein Angebot von über 1,7 Millionen Wohnungen mit erschwinglichen Mietpreisen 1,1 Millionen Studierenden zur Verfügung stand, waren es im Jahr 2016 nur noch 1,1 Millionen für über 1,5 Millionen Studierende. Gleichzeitig verbleibt die Versorgungsquote durch öffentliche und private Wohnheimplätze in denselben Städten auf einem geringen Niveau von heute 11 Prozent. Auch in den nächsten fünf Jahren wächst die Bettenversorgung durch Wohnanlagen laut Savills nur geringfügig auf 13 Prozent.

„Die zunehmende Knappheit geht einher mit stark steigenden Mieten, wodurch Investoren in die Assetklasse Studentenwohnen gelockt werden. Bereits 2016 wurden in Deutschland Studentenwohnanlagen für fast eine dreiviertel Milliarde Euro gehandelt – mehr als das Transaktionsvolumen in den Jahren 2009 bis 2015 zusammen. 2017 wird aller Voraussicht nach die Milliardengrenze geknackt“, prognostiziert Michael Gail, Associate Director Investment bei Savills Deutschland.

Ein Grund für die dennoch geringe Versorgungszunahme von Wohnraum liegt in der Fokussierung auf das gehobene Preissegment seitens der Privatanbieter. Etwa die Hälfte ihrer bislang existierenden Wohnangebote fordern All-in-Mieten von mindestens 450 Euro pro Monat. Auch bei den in Bau oder Planung befindlichen Objekten dürften laut Savills die Mieten zu mindestens zwei Dritteln in diesem Preisbereich liegen. „Es gibt nur sehr wenige Überschneidungen im Angebot öffentlicher und privater Träger von studentischem Wohnraum: Die Studentenwerke realisieren qua ihres gesetzlichen Auftrags günstige Zimmer bis maximal 350 Euro pro Monat, private Betreiber hingegen gut ausgestattete Einzelapartments, die entsprechend teurer sind“, so Matti Schenk, Senior Consultant Research bei Savills Deutschland. Die Attraktivität der Einzelapartments für weitere Zielgruppen ist dabei ausschlaggebend für ihre vorrangige Realisierung.

Quelle

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