Systemlösung „Naturdach“: Ausgleichfläche, Biotopvernetzung und mehr

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Muster-Gründach mit passenden Kosten-Nutzen-Verhältnis

Dachbegrünungen vereinen eine Vielzahl an positiven Wirkungen. Das vielleicht wichtigste und verständlichste Argument pro Gründach ist dessen Funktion als ökologischer Ausgleich. Dabei geht es um Ersatzlebensraum, Trittsteinbiotop, Biotopvernetzung, Artenvielfalt und vieles mehr, wie schon in der letzten Ausgabe der Dach + Grün (6/2014) ausführlich berichtet worden ist..

Das „Muster-Gründach“ mit dem passenden Kosten-Nutzen-Verhältnis

Wie könnte die Dachbegrünung aussehen, die sowohl die Seite des Naturschutzes (möglichst hochwertige Dachbegrünung) als auch die Seite des Bauherrn (möglichst günstige Begrünung) gleichermaßen berücksichtigt? Der Kompromiss wäre eine mehrschichtige Extensivbegrünung, wie beispielsweise die Optigrün-Systemlösung „Naturdach“, mit einer 4 Zentimeter hohen Dränage, Filtervlies, 6 Zentimeter Extensivsubstrat Typ E und einer Sedum-Gras-Kraut-Vegetation (zum Beispiel Optigrün-Saatgut Typ E „heimisch“), die partiell mit Substratanhügelungen und anspruchslosen Gehölzen ergänzt werden kann. Solch eine Begrünungsvariante ist relativ leicht (ab zirka 100 Kilogramm je Quadratmeter), flexibel und sowohl auf Dächern mit und ohne Gefälle einsetzbar und hat auch aus Sicht der Regenwasserbewirtschaftung eine große Bedeutung. Sie hat ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis, lässt viele Gestaltungsmöglichkeiten und eine große Artenvielfalt zu.

Abwechslungsreiche Begrünungsform

Die Möglichkeit, die Substrataufbauhöhen zu variieren, macht ein Naturdach ebenfalls reizvoll. Es können gestalterische Aspekte einfließen, und mit geringen Mitteln lassen sich partielle Substraterhöhungen schaffen, die höheren Stauden und trockenheitsverträglichen Gehölzen das Überleben ermöglichen – und damit frost- und trockenheitsempfindlichen Bodentierarten Rückzugsmöglichkeiten für ein dauerhaftes Überleben bieten.

Artenreiche Vegetation

Durch eine artenreiche Pflanzenauswahl wird der Blüh­aspekt verlängert und optimiert und das Nahrungsangebot für Tiere vielfältiger. Zu beachten ist dabei allerdings, dass zum Beispiel Wildbienen eine bestimmte Anzahl einer Pflanzenart vorfinden müssen, um ein Dach stetig zur Nahrungssuche anzusteuern.

Strukturelemente und Nisthilfen

Um die Strukturvielfalt nachhaltig zu erhöhen, sollten bestimmte Strukturelemente wie unterschiedliche Vegetationsformen, Sand- und Kiesbereiche, Tothölzer, Nisthilfen und Wasserflächen verwendet werden. Dabei werden nicht nur eine Vielzahl an Mikrohabitaten geschaffen, auch der Mensch profitiert bei einsehbaren Dachflächen davon.

Der Bauherr darf bei all seinen „Einspargedanken“ und „Begrünungszwängen“ nicht aus den Augen verlieren, dass die Dachbegrünung nicht nur Zwang durch die Bauauflage darstellt und damit negativ belastet ist, sondern ihm im positiven Sinne auch Geld in Form von Einsparungen durch geringere Reparatur- und Sanierungskosten der Dachabdichtung, geringere Energiekosten bei Heizung und Kühlung und Minderungen bei der Abwassergebühr bringt.

info@optigruen.de
www.optigruen.de

Weitere Informationen zum Thema:

  • Optigrün-Planungsunterlage 2014/15
  • Mann, G. (1998): Vorkommen und Bedeutung von Bodentieren (Makrofauna) auf begrünten Dächern in Abhängigkeit von der Vegetationsform; Dissertation Universität Tübingen
  • Mann, G. (2014): Ausgleichflächen, Biotope und Biotopvernetzung; Dach + Grün 6/2014

Quelle

Gebäude Grün

GebäudeGrün, (GG) 1992 als Dach + Grün gegründet, wird inzwischen von drei europäischen Dachbegrünungsverbänden – Deutschland (FBB), Schweiz (SfG) und Österreich (VfB) als Verbandszeitschrift genutzt.

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