Rohr- und Deckendurchführungen richtig sichern

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Beim Stichwort Entwässerung ist Brandschutz nicht unbedingt die erste Assoziation, dennoch spielt der Schutz vor Feuer und Rauch in der Entwässerungstechnik eine wichtige Rolle. Im Mittelpunkt stehen vor allem vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung und Eindämmung von Bränden. Dazu gehört auch die normgerechte Sicherung von Rohr- beziehungsweise Deckendurchführungen, die etwa zur Boden- oder Flachdachentwässerung gebraucht werden. Zu diesem Zweck bietet der Arnsberger Entwässerungsexperte Dallmer einfach zu installierende Brandschutz-Rohbauelemente, die Rohre im Brandfall sicher verschließen und dem Feuer so effektiv den Weg abschneiden.

Zum Brandschutz gehören sämtliche Maßnahmen zur Verhinderung und Bekämpfung von Bränden. Dabei unterscheidet man zwischen abwehrendem, anlagetechnischem, baulichem, organisatorischem und vorbeugendem Brandschutz. In der Entwässerungstechnik geht es vor allem um den vorbeugenden Brandschutz. Dieser zielt darauf ab, Brände zu verhindern und die Ausbreitung des Feuers zu stoppen.

| Vorbeugender Brandschutz in der Entwässerungstechnik

Im vorbeugenden Brandschutz werden Kunststoffabläufe mit senkrechtem Ablaufstutzen als Rohr- beziehungsweise Deckendurchführungen angesehen, die abgeschottet werden müssen. Der Grund: Im Ernstfall können sich Flammen, Rauch und Hitze sehr schnell über die Abwasserleitungen ausbreiten und so weitere Etagen in Brand setzen. Im Falle von Flachdächern kann der Brand über die Dachabläufe auf das Dach überspringen. Um das zu verhindern, müssen alle Durchführungen dieser Art fach- und normgerecht gesichert werden.

| Brandschutz-Rohbauelemente

Zur Abschottung solcher Deckendurchführungen bietet das Arnsberger Unternehmen werkzeuglos installierbare Brandschutz Rohbauelemente an. Kernstück dieser Elemente ist eine Brandschutzeinlage, die bei einer Hitzeeinwirkung von zirka 150 Grad Celsius aufschäumt. Das Volumen des Materials vergrößert sich dabei um das 15 bis bis 20-fache. Dadurch wird die Deckendurchführung schnell, zuverlässig und sicher verschlossen. Weder Wärme, noch Flammen oder Rauch können sich weiter ausbreiten. Die Brandschutz-Rohbauelemente funktionieren immer nach dem gleichen Prinzip, egal ob sie in der Entwässerungsleitung einer bodengleichen Dusche oder in einem Flachdachablauf eingesetzt werden.

| Hinweis- und Kennzeichnungspflicht

Bei jeder Ausführung der Rohrabschottung hat der Hersteller den Auftraggeber schriftlich darauf hinzuweisen, dass die Brandschutzwirkung der Rohrabschottung nur sichergestellt ist, wenn der Geruchsverschluss des Ablaufs mit Wasser gefüllt ist. Jede Rohrabschottung ist unterhalb der Deckendurchführung im unmittelbaren Montagebereich sichtbar mit einer Brandschutzplakette zu kennzeichnen. Entsprechend der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ) werden dem Installateur zu jedem BrandschutzRohbauelement eine Übereinstimmungserklärung und ein Hinweisschild mitgeliefert. Der Hersteller der Rohrabschottung bescheinigt mit der Übereinstimmungserklärung, dass die von ihm ausgeführte Rohrabschottung den Bestimmungen der abZ entspricht. Diese Bescheinigung ist dem Bauherrn beziehungsweise der
Bauleitung auszuhändigen und der Bauakte anzuhängen.

| Feuerwiderstandsklassen nach DIN 410 und DIN EN 13501

Aufbau eines Dallmer Brandschutzsystems mit Bodenablauf und
Brandschutz-Rohbauelement
1. Aufsatz mit Rost
2. Aufstockelement (hier gezeigt in der Version CeraDrain für Verbundabdichtungen)
3. Ablaufgehäuse senkrecht mit Ablaufstutzen
4. Schallschutzmanschette
5. Haltebügel und Schalungshilfe zur werkzeuglosen Montage
6. Brand- und Schallschutzelement

Die Brandschutz-Rohbauelemente werden in unterschiedliche Feuerwiderstandsklassen eingeteilt. Diese Klassifizierung wird sowohl von der deutschen Norm DIN 4102-2 als auch von der europäischen Norm DIN EN 13501-2 geregelt. In beiden Fällen entscheidet die Dauer, wie lange ein Bauteil dem Feuer widerstehen kann, über seine Einstufung. Planer und Architekten müssen darauf achten, Brandschutz-Rohbauelemente auszuwählen, deren Feuerwiderstandsklasse zu der Decke passt, in der das Element eingesetzt wird. Ist die Feuerwiderstandsklasse des Brandschutzelements niedriger, mindert das die Effektivität der Decke. Anders ausgedrückt: Eine widerstandsfähige Decke nützt nichts, wenn sich das Feuer über die Rohre ausbreiten kann.

Dabei spielt auch die Art des Gebäudes eine Rolle: Die Muster- beziehungsweise Landesbauordnungen verlangen, dass in Gebäuden mit maximal 7 Metern Höhe und maximal zwei Nutzungseinheiten mit insgesamt nicht mehr als 400 Quadratmetern, Brandschutz-Rohbauelemente der Widerstandsklasse F 30 eingesetzt werden. In anderen Gebäuden gelten strengere Anforderungen. Gebäude mit mehr Fläche oder Nutzungseinheiten, höhere Gebäude und Sonderbauten (zum Beispiel Hotels, Sportstätten, Krankenhäuser) brauchen F 90, in Sonderbauten kann sogar F 120 gefordert werden.

Für alle diese Anwendungsfälle führt das Unternehmen passende Brandschutz Rohbauelemente mit Widerstandsklassen von F 30 bis F 120. Für Dachabläufe in Betondecken kommt außerdem noch ein spezielles Brandschutz-System hinzu, dass selbst bei Dachabläufen ohne Sperrwasser funktioniert und Sicherheit gemäß R 30/60/90 gewährleistet.

Quelle

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