Techem Atlas 2026: Kälterer Winter treibt Heizkosten nach oben
Die Heizkosten in deutschen Mehrfamilienhäusern bleiben trotz stabilisierter Energiepreise hoch. Nach dem Techem Atlas für Energie, Wärme und Wasser 2026 lagen die Kosten 2025 pro Quadratmeter rund 45 Prozent über dem Niveau von 2021. Als wesentliche Ursache nennt die Auswertung die kältere Witterung und den dadurch gestiegenen Verbrauch. Die Energiepreise bewegten sich zwar ungefähr auf Vorjahresniveau, lagen aber weiterhin rund 82 Prozent über 2021.
Grundlage der Untersuchung sind Daten aus rund 94.000 Mehrfamilienhäusern mit etwa 1,1 Millionen Wohnungen in Deutschland. Regional fallen die Ergebnisse deutlich auseinander. Im Ländervergleich weist Berlin mit durchschnittlich 10,34 Euro je Quadratmeter die niedrigsten, das Saarland mit 14,50 Euro die höchsten Heizkosten auf. Bei den Städten reicht die Spanne von 8,99 Euro in Bielefeld bis 13,34 Euro in Ravensburg.
Wärmepumpen verursachten im untersuchten Gebäudebestand die niedrigsten Wärmekosten pro Quadratmeter. Techem sieht zugleich Optimierungspotenzial: Rund 30 Prozent der Anlagen in Mehrfamilienhäusern könnten durch eine verbesserte Betriebsführung effizienter arbeiten. Nach der Analyse sind etwa 40 Prozent der Heizungsanlagen ohne Heizkörpertausch für Niedertemperatursysteme geeignet. Mit angepassten Heizkörpern steigt der Anteil auf rund 80 Prozent, mit speziellen Niedertemperaturheizkörpern auf rund 90 Prozent.
Auch die Digitalisierung schreitet voran. 91,4 Prozent der Erfassungsgeräte im deutschen Mehrfamilienhausbestand lassen sich laut Atlas bereits aus der Ferne ablesen. Intelligente Messsysteme können zudem Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung unterstützen. In den untersuchten Gebäuden deckten Photovoltaikanlagen auch im Winter mehr als 30 Prozent des Stromverbrauchs.
Für Eigentümer und Verwalter liefern die Daten Vergleichswerte und Hinweise auf Effizienzpotenziale.
Quelle: Techem Energy Services GmbH, „Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser 2026“

