Immobilienmarkt 2026: Wohnen stabilisiert, Büro bleibt unter Druck
Der deutsche Immobilienmarkt entwickelt sich weiter zweigeteilt. Das aktuelle Immobilien Quarterly von LBBW Research sieht Büro- und Einzelhandelsimmobilien unter Anpassungsdruck, während das knappe Wohnungsangebot die Preise stützt. Die Erholung am Wohnungsmarkt verliert allerdings an Tempo. Für 2026 rechnet das Research-Team mit einem Preiszuwachs von höchstens drei Prozent. Hohe Finanzierungs- und Baukosten bremsen Käufer, Investoren und Neubauprojekte.
Im Bürosegment wirken Konjunkturschwäche, hybrides Arbeiten und ein wachsendes Flächenangebot zusammen. In den sieben großen deutschen Bürostandorten liegt die durchschnittliche Leerstandsquote laut Studie inzwischen bei knapp zehn Prozent. Gefragt bleiben moderne, flexibel nutzbare, energieeffiziente und gut angebundene Objekte. Ältere Gebäude mit Modernisierungsstau, ungünstigen Grundrissen oder schwächerer Lage geraten stärker unter Druck. Damit wird die Spreizung innerhalb des Marktes größer.
Widerstandsfähiger zeigen sich einzelne Gewerbesegmente. Rechenzentren profitieren von Digitalisierung und datenintensiven Anwendungen; auch Logistikimmobilien entwickeln sich stabiler als Büro und Handel. Für dauerhaft schwach nachgefragte Flächen gewinnen Umnutzungen an Bedeutung, etwa zu Wohnungen, Bildungs-, Hotel-, Medizin- oder Gastronomieflächen. Ob eine Konversion wirtschaftlich ist, hängt jedoch von Standort, Gebäudestruktur, Planungsrecht und Investitionskosten ab.
Am Wohnungsmarkt verhindert das geringe Angebot nach Einschätzung der LBBW stärkere Preisrückgänge. Eine schnelle Entspannung ist dennoch nicht absehbar, weil Kosten, regulatorische Anforderungen, komplexe Verfahren und begrenzte Finanzierungsspielräume neue Projekte erschweren. Die Studie leitet daraus einen Bedarf an verlässlichen Rahmenbedingungen und schnelleren Verfahren ab.
Für Marktteilnehmer zählt deshalb eine genaue Prüfung von Lage, Objektqualität und Nutzungskonzept.
Quelle: LBBW Research, Immobilien Quarterly vom 1. Oktober 2026

