Netzanschlüsse und Speicher: Neue Wertfaktoren für Energieprojekte
Der Ausbau erneuerbarer Energien verändert die Bewertung von Energie- und Immobilienprojekten. Neben Erzeugungsleistung und Standortqualität entscheiden zunehmend verfügbare Netzkapazitäten sowie die zeitliche Abstimmung von Erzeugung, Verbrauch und Vermarktung über die Wirtschaftlichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt der Marktbericht Erneuerbare Energien 2026/2027 von Wüest Partner.
Nach Angaben des Berichts erreichten erneuerbare Energien in den ersten drei Quartalen 2026 rund 64 Prozent der deutschen Nettostromerzeugung. Mit dem Zubau wächst jedoch der Bedarf an Netzen und Speichern. Für Projektentwickler reicht eine geeignete Fläche deshalb nicht aus: Anschlussbedingungen, regionale Kapazitäten, mögliche Abregelungen und der Termin des Netzanschlusses müssen frühzeitig in Standortwahl, Finanzierung und Ertragsprognosen einfließen.
Der Bericht beziffert die 2025 wegen Netzengpässen nicht eingespeiste erneuerbare Strommenge auf rund 9.400 Gigawattstunden. Zugleich sei das Redispatch-Volumen bei Photovoltaikanlagen um 94 Prozent gestiegen. Die Werte verdeutlichen aus Sicht der Autoren, dass hohe Erzeugungsmengen allein keine stabilen Erlöse gewährleisten. Bei gleichzeitig hoher Wind- oder Solarstromproduktion können zudem niedrige oder negative Marktpreise die Kalkulation belasten.
Batteriespeicher können Überschüsse aufnehmen und Strom zu einem späteren Zeitpunkt nutzen oder vermarkten. Ihr Nutzen hängt allerdings von Standort, Netzsituation, technischer Auslegung und Betriebsstrategie ab. Eine pauschale Aussage zur Wirtschaftlichkeit ist daher nicht möglich. Für Investoren gewinnt die Kombination aus Erzeugung, Speicher, Vermarktung und lokalem Verbrauch an Bedeutung.
Auch für die Immobilienwirtschaft wird die Energieinfrastruktur zum Standortfaktor. Photovoltaik, Speicher und Energiemanagement können Eigenverbrauch, Energiekosten und Versorgungskonzepte beeinflussen.
Quelle: Wüest Partner, Marktbericht Erneuerbare Energien 2026/2027

