Vierzehn Verbände und Institutionen der Bau- und Fensterwirtschaft warnen vor zusätzlichen Kosten und Dokumentationspflichten durch einen geplanten EU-Normungsauftrag für Fenster und Türen. In einem gemeinsamen Schreiben fordern sie Bundesbauministerin Verena Hubertz auf, dem vorliegenden Entwurf bei der Abstimmung im September nicht zuzustimmen und eine grundlegende Überarbeitung einzufordern.
Mit dem Normungsauftrag will die Europäische Kommission festlegen, welche Angaben und Nachweise Hersteller künftig für Bauprodukte bereitstellen müssen. Nach Darstellung des Verbändebündnisses würde der Entwurf bei Fenstern und Türen deutlich mehr technische Angaben, zusätzliche Prüfungen, umfangreiche Stoff- und Umweltdaten sowie neue digitale Unterlagen verlangen.
Besonders problematisch sei die große Variantenvielfalt: Fenster und Türen werden überwiegend nach Maß gefertigt. Änderungen bei Größe, Verglasung, Rahmen, Beschlägen oder Ausstattung erzeugen neue Produktvarianten. Müssen dafür jeweils umfangreiche Unterlagen erstellt werden, vervielfacht sich der Aufwand. Die Verbände sprechen von mehr Papier, ohne dass dadurch automatisch ein besseres oder sichereres Produkt entstehe.
Kosten verursachten vor allem zusätzliches Verwaltungspersonal, externe Prüfungen, neue IT-Systeme und die laufende Pflege großer Datenmengen. Einer brancheninternen Abschätzung zufolge könnten sich Produkte – abhängig von Komplexität, Variantenvielfalt und Betriebsstruktur – um bis zu 15 Prozent verteuern. Die Mehrkosten würden letztlich Bauherren, Investoren, Käufer und Mieter tragen.
Aus Sicht der Unterzeichner käme die Belastung zur Unzeit: Wohnungsneubau und energetische Sanierungen benötigten mehr Investitionen, nicht neue Unsicherheiten. Gefordert werden daher nur tatsächlich benötigte Produktangaben, die Nutzung bewährter Berechnungen statt wiederholter externer Prüfungen und weniger doppelte Stoff- und Emissionsdaten.
Gefordert sind praxistaugliche EU-Regeln ohne unnötige Mehrkosten.
Quelle: Verband Fenster + Fassade (VFF)

