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    Bild: Bundesverband der Gipsindustrie e. V.

    Gipsrecycling: Steigende Mengen schließen die Rohstofflücke nicht

    7. September 2026 Namen und Nachrichten, News

    Gipsrecycling gewinnt in Deutschland an Bedeutung, kann die absehbare Rohstofflücke jedoch nicht allein schließen. Hintergrund ist der Kohleausstieg: Mit der Stilllegung von Kohlekraftwerken fällt zunehmend weniger REA-Gips an. Dieser entsteht bei der Rauchgasentschwefelung und war neben Naturgips und Recyclinggips ein wichtiger Bestandteil des deutschen Rohstoffmixes.

    Nach Angaben des Bundesverbands der Gipsindustrie wurde bereits 2024 der für 2030 prognostizierte Wert von 2,9 Millionen Tonnen REA-Gips erreicht. Der Verband erwartet deshalb eine strukturelle Versorgungslücke. Betroffen sind Anwendungen vom Trockenbau über Estriche bis zu Bauteilen und Fundamenten. Neben stärkerem Recycling werde auf absehbare Zeit auch zusätzlicher Naturgips benötigt.

    Die Kreislaufführung funktioniert technisch bereits: Der erzeugte Recyclinggips wird nach Verbandsangaben vollständig von der verarbeitenden Industrie aufgenommen. Besonders Gipsplattenabfälle lassen sich zu hochwertigem Sekundärrohstoff aufbereiten. 2024 wurden statistisch rund 578.600 Tonnen Gipsabfälle erfasst. Recyclingunternehmen erzeugten daraus etwa 128.500 Tonnen Recyclinggips. Das entspricht 22,18 Prozent der erfassten Menge.

    Das tatsächlich nutzbare Potenzial wird auf 300.000 bis 400.000 Tonnen geschätzt, weil manche Abfälle nur geringe Gipsanteile enthalten.

    Entscheidend ist, recyclingfähigen Gips getrennt zu erfassen. Vermischung mit Bauschutt, Verunreinigungen und Deponierung mindern die verwertbare Menge. Der Verband fordert Rechtssicherheit für Recyclinggips, strengere Trennvorgaben beim Rückbau, klare Kriterien für das Ende der Abfalleigenschaft und ein Deponieverbot für recyclingfähige Gipsabfälle. Für Bauherren und Rückbauunternehmen bedeutet dies: Materialkataster, selektiver Ausbau und getrennte Logistik sollten früh geplant werden. Recycling ist damit ein wichtiger Baustein der Rohstoffsicherung, ersetzt aber weder vorausschauende Beschaffung noch einen ausgewogenen Rohstoffmix.

    Quelle: Bundesverband der Gipsindustrie e. V.

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